Passigdrehen
Das Passigdrehen ist eine Technik, mit der auf ein sich auf einer Spindel drehendes Werkstück mit einer quer oder längs zur Spindelachse gerichteten Bewegung eine periodische Struktur aufgebracht wird. Entsprechend spricht man von Quer- oder Längspassigdrehen.
Die klassischen Passig-Bänke sind eigenständige Maschinen, die eine kippbar gelagerte Spindel und/oder eine axial verschiebbare Spindel haben. Es waren teure Einzelanfertigungen in aufwändiger Feinmechanik und ästhetisch außerordentlich eindrucksvoll. Die mit ihnen erzeugbaren Strukuren sind außerordenlich vielfältig, oft überraschend und überaus ansprechend.
Heutige Passigbänke lehnen sich in der Regel an diesen klassischen Vorbildern an und bringen teils moderne Techniken ein.
Ein gründlicher Überblick über Geschichte und Technik würde den Rahmen hier sprengen. Ich möchte daher nur auf einige wenige, aber beispielhafte Quellen verweisen, die einen grundsätzlichen Zugang zum Thema schaffen:
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Das Stöbern im Internet zu diesem Thema ist sehr empfehlenswert. Es finden sich viele Beiräge (z.B. auf youtube), in denen Neues und Erstaunliches zu finden ist. Ergiebige Suchworte sind z.B. "rose engine" und "ornamental turning".
Mein Ansatz zum Passigdrehen
Wer sich heute aktiv mit dem Passigdrehen beschäftigen will, kommt wohl nicht umhin, eine Passigbank selbst zu bauen. Käufliche Angebote sind recht selten, außerdem teuer bis extrem teuer.
Viele Passigfans, die z.B. keine Metallwerkstatt im Keller haben, suchen daher nach Wegen, mit möglichst einfachen Mitteln ein Passigmaschinchen zu bauen, z.B. aus Holz. Im Internet finden sich viele Ansätze.
Meinen Ansatz hierzu und die damit erzeugten Arbeiten möchte ich hier vorstellen. Ich verwende eine vorhandene, konventionelle Drechselbank (statt eines eigenständigen Aufbaus mit kippbarer Spindel), dafür mit vorgesetztem Linearschlitten (für die quer- und ggf. längspassig-Bewegung) und einen 3D-Drucker, mit dem die Erstellung aufwändiger Teile möglich ist, die dabei eine für viele Einsätze durchaus ausreichende Festigkeit aufweisen. Weitere Teile, wie Kugellager oder Linearführungen sind billig oder wenigstens erschwinglich.
Passigvorrichtung für Stratos XL
Meine Passigmaschine ist auf einer Stratos XL aufgebaut. Das Konzept funktioniert auch auf einer anderen Bank, allerdings ist eine gewisse Spitzenhöhe schon sinnvoll, da in der Vertikalen einige Funktionen "gestapelt" werden müssen.
Querpassigtisch
um Querpassigisch
Schablonen für Spindelmontage
Mein Passig-Spannfutter ist ein Axminster SK100 mit schmalem Hals (es gibt Varianten !), auf dem ich zwei Schablonen montieren kann.
um Schablonenhaler
u den Schablonen
Dreigliedriges Vasenfinal
"Final" ist der geschnörkelte (oder gedrechselte ?) Begriff für Abschluss. Im Falle einer Passigdrechselei ist das verbal durchaus angemessen, bei einfacheren Arbeiten würde man es sicher einfach nur "Deckel" nennen.
Das Passigdrehen ist eine Technik, mit der sich außerordentlich vielfältige und reizvolle Strukturen erzeugen lassen.
Als erstes Beispiel sei diese Vase aus Birnenholz gezeigt, die einen passig gedrehten Deckel aus Grenadil hat. Er besteht aus drei verbundenen Säulen, die in der Mitte durch einen Hohlraum getrennt sind und oben zu drei einzelnen Spitzen auslaufen.
Elektrischer Antrieb für Stratos XL
Betrieb mit Zwischenwelle
Ovaldrehen mit Skalierungshebel
Formscheibe auf Zwischenwelle mit Getriebe
Ovaldrechseln mit Passigvorrichtung
Gewindeschneiden mit Passigvorrichtung
Im folgenden Video
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