Holz-Trockenschuppen
klassisch gezimmert
Wenn man seine Holzbestände zum Drechseln oder Tischlern aus frisch geschlagenen Hölzern füllt oder ergänzt, ist eine sonnengeschützte und luftige Stelle im Freien zum Trocknen der frisch eingeschnittenen Kanteln, Schalenrohlinge oder Brettchen angeraten. So werden auch die Lagerkapazitäten im Haus oder in der Werkstatt nicht zusätzlich belastet.
Ich zeige hier ein dreiseitig geschlossenes Schutzdach, das zwei große kommerzielle Regale aufnehmen und diese fixieren kann.
Um nicht nur bei der Nutzung sondern auch beim Bau des Schutzdaches möglichst viel Freude zu haben, wurde die Grundstruktur mit klassischen Zimmermannsverbindungen aufgebaut, ganz ohne Leim, Schrauben, Nägel. Lediglich beim Dach und der Außenverkleidung wurden auch Schrauben verwendet.
Da ich mir das Zimmerer-Wissen nur angelesen habe, mögen mir die Fachleute den einen oder anderen Fehler verzeihen und mir gerne eine entsprehende Info per e-mail zukommen lassen.
Zeichnung der Tragstruktur (ohne korrekte Abbildung der Holz-Verbindungen)
Ausgelegt für zwei Regale mit den Maßen 160x60x180 cm³ (BxTxH)
Gemäß Zeichnung wurden aus einem günstig erstandenen Konvolut Konstruktionsvollholz (KVH) die Pfeiler, Streben, Riegel und Sparren zugesägt.
Ablängen ist ja simpel, aber da das KVH in recht großen Querschnitten vorlag, die für mein Projekt sehr üppig waren, konnte/musste ich auch längs auftrennen.
Dank einiger zweckentfremdeter Unterstützer vor und hinter der Bandsäge, konnten auch Längen von über vier Metern gut gehandhabt werden.
Das Glätten der Sägeschnitte war schon recht anstrengend, ...
... das Anfasen der Kanten dagegen das reinste Vergnügen.
Dann wurden an den Pfeilern Zapfenlöcher für die Riegel angezeichnet, vorgebohrt und mit dem Stemmeisen ausgestochen ...
Der Rahmen aus Pfeilern und Riegeln wurde zusammengeklopft, auf Winkligkeit geprüft und auf das Strebenkreuz gelegt. Beide wurden zueinander symmetrisch und nach Zeichnung ausgerichtet. Dann wurde die Lage der vier Stirnversätze markiert und die Stirnversätze auf den Pfeilern (mittels Konstruktion der Winkelhalbierenden zur Strebe) angezeichnet ...
Der Anriss wurde auf alle vier Seiten übertragen ...
... und Stirn und Schulter zugesägt; zunächst nur für die beiden Versätze an einem Pfeiler.
Dann wurde der Rahmen wieder auf das Strebenkreuz gelegt und die gesägten Versätze an dem einen Pfeiler angepasst und ggf. korrigiert.
Nun wurden die anderen beiden Versätze am Strebenkreuz gesägt und ebenso eingepasst.
Schließlich wurde der Rahmen mit dem eingesetzten Strebenkreuz zusammengefügt und fixiert.
Für die weitere Montage mussten Holznägel und -dübel hergestellt werden, denn der Aufbau soll ja ohne Leim und Nägel auskommen. Die hier gezeigten Holznägel sind gesägt und nicht (wie es sich eigentlich gehört) gespalten.
Jetzt konnte das Wandelement mit Dübeln und Holznägeln fixiert werden.
Die Rückwand des Schutzdachs ist zur Versteifung mit Eckstreben zwischen Pfeiler und Pfette geplant, die ebenfalls mit Stirnversatz eingebaut werden, wenn später die Pfette aufgesetzt ist. Aber die Stirnversätze an den Pfeilern mussten noch angearbeitet werden.
Dazu wurden die vier Streben abgelängt und an einem Ende mit den sorgfältig konstruierten oder mit Winkellehre angezeichneten Stirnversätzen versehen.
Die spätere Position jeder Strebe am Pfeiler wurde festgelegt und der jeweilige Stirnversatz sorgfälig auf den Pfeiler übertragen.
Da die Pfetten nur die halbe Stärke der Pfeiler haben, wurde auch der Stirnversatz nur auf diese Tiefe ausgearbeitet. Das macht es aufwändiger. Zwei Sägeschnitte können nur über die beiden anliegenden Seiten einer Kante ausgeführt werden und trennen somit nur die Hälfe der zu trennenden Fläche. Der dritte Schnitt in der Pfeilerseite kann mit der Säge (je nach deren Schneidengeometrie) zumindest etwas angetieft werden. Der Rest ist Beitelarbeit.
... und die drei Wandelemene waren fertig !
Jetzt wurden die Eckstreben angesetzt und die Position für die Ausklinkung der Stirnversätze markiert (leider kein Bild gemacht, daher Bild schon mit Ausklinkung)
Jetzt wurden die Sparren aufgesetzt. Zunächst die drei Hauptsparren, die über den Wandelementen sitzen und die stärker sind, als die normalen, weil sie mit einer Überblattung die Pfetten fixieren sollen.
Die Zwischensparren haben nur Dachlattenformat, wurden aber hochkant gesetzt und für die ebene Auflage auf den Pfetten etwas schräg ausgeklinkt ...
Die Montage der Wände und der Regale wird demnächst nachgetragen
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