Querpassigtisch

Der Passigtisch muss die Bewegung des Schablonenrandes aufnehmen und spielfrei auf ein Werkzeug übertragen.

Der Aufbau besteht aus

  • einer Platte, die auf das Bankbett geklemmt wird,
  • zwei Linearschienen,
  • einer weiteren Platte, die auf die Reiter der Linearschienen montiert wird,
  • einer Halterung für den Taster zur Schablone und
  • einer Einrichtung, die den Taster mit Tisch mit geeigneter Andruckkraft gegen die Schablone drückt.

Die Grundplatte

Ich habe dafür eine 21mm Siebdruckplatte  im Format 40cm x 40cm genommen. Unter die Platte habe ich zwei Führungsklötze und entsprechende Klemmklötze angebracht, um den Tisch auf dem Bankbett zu fixieren. Für den Abstand zwischen den beiden Klemmklötze müssen ggf. die Versteifungen im Bankbett berücksichtigt werden.

Klemmklotzfixierung mit Rampamuffe in der Grundplatte

Ich ziehe die Schrauben mit einem Innensechskantschlüssel an; mit einem Einfädeltrichter über dem Schraubenkopf wird das Gesuche und Gefummel unter dem Bankbett  erheblich erleichtert.

Die Linearführungen

Linearführungen sind im Internet günstig und in guter Qualität zu bekommen. Sie werden direkt auf die Grundplatte geschraubt. Dann werden die Reiter aufgesetzt. Lediglich ein paar Anschläge habe ich selbst erstellt (da billiger, als gekaufte), damit die Reiter und damit der Tisch später nicht aus den Schienen läuft. 

Besonderes Augenmerk muss aber auf die Ausichtung der Schienen gelegt werden. Sie sollen natürlich im rechten Winkel zur Spindelachse stehen, aber vor allem müssen sie parallel zueinander sein, damit der Tisch sich nicht verklemmt. Eine Schiene kann final angeschraubt werden, die andere nur provisorisch. Ich habe für die zweite Schiene die Löcher für zwei außen und diagonal zueinander liegende Schrauben möglichst präzise vorgebohrt und eine Schraube schon relativ fest gezogen.

Die genaue Ausrichtung erfolgt mit der Tischplatte.

Die hier verwendeten Führungen haben eine 20mm-Stange und sind 40cm lang

Die Tischplatte

Die Tischplatte hat dasselbe Format wie die Grundplatte und  wird auf die Reiter geschraubt und legt damit deren Abstand und Position fest. Je größer der Abstand der Reiter, desto solider liegt die Tischplatte, aber desto geringer wird auch ihr Bewegungsbereich.

Ich habe mich für einen Bewegungsweg von gut 7cm entschieden. Damit ist auch der maximale Schablonen- bzw. Fräserhub auf diesen Wert begrenzt. Das sollte für (fast) alle Anwendungen genügen.

Die 16 Bohrungen zum Unterschrauben der Reiter sollten recht präzise und nicht zu eng gebohrt werden, da die Position der Reiter nicht von den Bohrungen, sondern von den beiden Schienen und deren Parallelität bestimmt wird. Ein wenig Spiel für Justage ist also sinnvoll.

Sinnvoll ist, die Schraubenköpfe alle zu versenken, damit diese bei den Aufbauten nicht stören.

Die Tischplatte wird zunächst auf den beiden Reitern der festgeschraubten Schiene fixiert; dabei dürfen die Reiter nicht verklemmt oder verkantet werden, um das freie Gleiten nicht zu behindern. Dann wird der dritte Reiter auf Seite des fixierten Schienenendes leicht festgeschraubt. Die Bohrungen in der Tischplatte sollten dem Reiter soviel Spiel geben, dass  Ungenauigkeiten des bereits fixierten Schienenendes ausgeglichen werden. Dann die Schiene und den vierten Reiter durch Bewegung etwas einrichten. Wenn sich Reiter und Schiene bei Bewegung nicht mehr erkennbar versetzen, werden unter ständiger Überprüfung des freien Laufs nach und nach die Reiter und das Ende der zweiten Schiene festgezogen.

Sollten die Schienen Senkungen an den Schraubenlöchern haben, was keinerlei Ausrichtung ermöglicht, läßt sich durch ein oder zwei Unterlegscheiben unter dem Schraubenkopf eine Justierbarkeit erreichen.

Es ist wichtig auf die Zugänglichkeit der beiden Schrauben für die zweite Schiene zu achten, um sie während der Justage festziehen zu können. Notfalls wird eine Bohrung in der Tischplatte den Zugang ermöglichen. Die Fixierung der Schiene mit den beiden diagonal sitzenden Schrauben ist absolut ausreichend.

Der Halter für den Schablonentaster

Taster-Andruck-Mechanismus

Im Betrieb muss der Taster immer fest an der Schablone anliegen, um eine saubere Abbildung zu erzeugen. Gerade bei etwas höheren Drehgeschwindigkeiten der Spindel hat er die Tendenz abzuheben. Die Andruckkraft muss also hoch genug sein, um das zu verhindern; andererseits darf sie nicht zu hoch sein, um ein gleichmäßigen, ruckfreien Lauf zu ermöglichen.

Anwendungshinweis:

Die Schablonen können während des Einsatzes bei stehender Spindel (nach Lockern der sechs Fixierungsschrauben) um einen bestimmten Winkel verdreht werden (wie die Langlöcher das zulassen). Damit lassen sich phasenversetzte Muster mit ein und derselben Schablone realisieren.

Die genaue Winkelverdrehung kann mit einer einfachen Markierung auf Schablone und der 144-er Teilung auf den Haltescheiben sichergestellt werden.


Stückliste:

  • Halter (gedruckt)
  • Halteplatte (gedruckt)
  • 3x   Schraube   M6x8   Linsenkopf (flach)
  • 6x   Schraube   M6x30
  • 6x   Mutter   M6

zum download der stl-Dateien